Individuelles Abschiedsritual

Individuelles Abschiedsritual

Abschied von unseren Verstorbenen zu nehmen, gehört seit jeher zu unserer Kultur und zum christlichen Glauben. Gelingende Abschiede können wichtig sein für die Trauer. Unter den momentanen Umständen sind viele Abschiede – sei es am Sterbebett oder am Grab – durch die Massnahmen gegen das Coronavirus leider nicht möglich. Nur die engsten Angehörigen dürfen bei Beisetzungen dabei sein. Viele müssen ausgeschlossen werden. Wohin gehen sie mit ihrer Trauer und dem Bedürfnis nach Abschied in einem rituellen Rahmen?

Das hier veröffentlichte Abschiedsritual soll Ihnen, wenn Sie in dieser Situation sind, den persönlichen Abschied ermöglichen und Sie in Ihrer Trauer unterstützen. Natürlich dürfen Sie es gerne für sich anpassen. 

 

Persönliches Abschiedsritual in Zeiten des Versammlungsverbotes:

Wir empfehlen Ihnen, auf den Friedhof zu gehen, wenn möglich ans Grab der verstorbenen Person oder an einen Ort, der Ihnen zusagt. Sprechen Sie die Texte laut oder lesen Sie sie für sich. Natürlich können Sie gerne eine Kerze mitnehmen und anzünden.

 

Zum Anfangen
Die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft der heiligen Kraft sind jetzt bei mir in diesem Abschied.

 

Abschied

Liebe*r ________________

Du bist gestorben und wurdest beigesetzt, und ich konnte und durfte leider nicht dabei sein. Jetzt bin ich hier und verabschiede mich von dir und allem, was du mir bedeutet hast.

Im Vertrauen auf das ewige Licht, das dich nun behütet, nehme ich Abschied.

Ich denke an das, was uns verbunden hat, an gemeinsame Momente, gemeinsame Erlebnisse, an das, was dich für mich ausgemacht hat.

 

Stille

 

Ich bitte für alles, was für und zwischen uns offen geblieben ist, was ich gern noch gesagt oder getan hätte, was wir einander vielleicht auch noch schuldig geblieben sind.

 

Stille

 

Ich stehe nun da an deinem Grab. Ich lasse mir Zeit nachzuspüren, was mich bewegt.

 

Stille

 

Bibelvers

Denn ich bin mir gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Römer 8,38-39

 

Gebet

Gott, Du Kraft des Lebens,

hier an diesem Grab wird mir die Trennung bewusst. Die Trauer bewegt mich. Öffne mein Herz. Was mich bewegt, darf sein, egal was.

Lass meine Erinnerungen mit mir gehen und mich begleiten.
Und sei du auf all meinen Wege mit mir, so wie Du es auch mit dem*der Verstorbenen bist.

 

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Kontakt

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